Die Biodiversitätstage können kommen!

Diesen Frühling führen wir an fünf Schulhäusern unseren neu konzipierten Aktionstag «Impact Day Biodiversität» durch. Die Schüler*innen greifen an diesem Tag zu Schaufel und Pickel und gestalten gemeinsam mit dem Klimaschule-Team und Fachexperten*innen ihr Schulareal naturnah um. Ein interaktiver Postenlauf ermöglicht die Vielfalt des Lebens greifbar kennenzulernen. Der Startschuss ist am Montag, 17. Mai an der Sekundarschule Gelterkinden, bei der wir zuvor einen Schulungstag mit den Lehrpersonen durchgeführt haben. Unser Projektpartner BirdLife Schweiz hat durch die spannende Thematik geführt und die einzelnen Postenaktivitäten erklärt.

Der Impact Day im Themenbereich Biodiversität wurde konzipiert als gleichwertiges Alternativprogramm zum Bau einer Solaranlage auf das Schulhausdach. Mit der naturnahen Umgestaltung der Schulareale fördern die teilnehmenden Schulen die Artenvielfalt, wertvolle Lebensräume und das Ökosystem. An einem halbtägigen Schulungstag mit dem Projektpartner BirdLife Schweiz wurden die Lehrpersonen mit der Thematik vertraut und für den Impact Day vorbereitet.

Zu Beginn klärten sie wichtige Fragen wie «Was ist Biodiversität?» und «Was bedeutet die ökologische Aufwertung für Natur und Tierwelt?». Im Anschluss wurden die Lehrpersonen in ihren Posten eingeführt, welchen sie am Impact Day betreuen. Aktivitäten wie das Bauen eines Bienenhotels, das Anlegen einer Kräuterspirale und das Pflanzen und Pflegen von Hecken oder Blumen erwartet die Schüler*innen am besagten Tag. Am Schulungstag wurden alle Werkzeuge, Materialien und Abläufe besprochen und die einzelnen Standorte auf dem Schulhof besichtigt.

Nach einem aktiven Nachmittag sind alle geschult und bereit, den Schüler*innen einen erlebnisreichen Impact Day zu bieten. Wir freuen uns auf die neuen Naturoasen!

Interview mit der Projektleiterin, Angela Serratore:

Bis jetzt hat Klimaschule an 22 Schulen am Impact Day jeweils eine Solaranlage auf das Dach gebaut. Wie kam es dazu, einen Impact Day «Biodiversität» einzuführen?

Viele Schulen haben keine Möglichkeit eine Solaranlage auf dem Schulhausdach zu montieren. Dies aus unterschiedlichen Gründen, da beispielsweise das Gebäude denkmalgeschützt ist oder die Kantone und Gemeinden einen anderen baulichen Fahrplan haben. Wir möchten daher den Schüler*innen eine Alternative anbieten, die ein ähnliches Highlight darstellt wie der Bau einer Solaranlage. Also das Prinzip «Kopf, Herz und Hand» ins Zentrum der Aktivität stellen, damit das Thema greifbar und erlebbar wird.

Welche Erwartungen hattest du an den Schulungstag? Wurden sie erfüllt?

Mir war es wichtig, dass die Lehrpersonen gut geschult werden, damit sie mit einem sicheren Gefühl diese Themen praxisbezogen mit den Schüler*innen vertiefen können. Für viele Lehrpersonen ist das Thema Biodiversität auch ein neues Thema. Wir freuen uns sehr, diesen neuen Aktionstag zum Thema Biodiversität mit unserem Partner BirdLife Schweiz umsetzen zu können. BirdLife Schweiz bringt viel Fachwissen mit und kann die Lehrpersonen gezielt auf die geplanten Aktivitäten schulen. Diesen Sommer sind es unsere ersten Pilotprojekte. Unser Schulungstag an der Sekundarschule Gelterkinden war ein voller Erfolg. Gemäss verschiedenen positiven Rückmeldungen waren alle Teilnehmer*innen sehr begeistert und motiviert und freuen sich nun umso mehr auf den Impact Day Mitte Mai.

Welche Hürden musstest du bei der Konzeption durchlaufen?

Es brauchte einen Projektpartner mit Fachwissen im Bereich Biodiversität, der uns vom Mindset ähnlich ist. Mit BirdLife Schweiz hatten wir grosses Glück und möchten die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren auf jeden Fall intensivieren. Ähnlich wie beim Bau der Solaranlage, sind bei der Gestaltung eines naturnahen Pausenplatzes verschiedene Interessensgruppen involviert. Es ist also ganz wichtig, dass man gleich zu Beginn die Bedürfnisse und Wünsche der unterschiedlichen Gruppen miteinbezieht. Auch soll es weiterhin ein Gemeinschaftsprojekt bleiben, sprich das lokale Gewerbe wie Landschaftsgärtnereien oder Förster*innen in das Projekt werden miteinbezogen. Letzteres ermöglicht den Schüler*innen einen vielseitigen Austausch und unterschiedliche Einblicke in neue Berufsfelder. Für die Projektleitung hingegen ist das mit sehr viel Aufwand verbunden, denn Tatsache ist: Je mehr Personen man in ein Projekt involviert, desto anspruchsvoller wird die Planung. Nichtsdestotrotz möchten wir uns dieser Herausforderung stellen und den Schulen ein möglichst spannendes und vielseitiges Tagesprogramm zusammenstellen können.

Können alle Schulen die gleichen Biodiversitätsprojekte durchführen oder gibt es Unterschiede?

Das kommt einerseits auf die Wünsche und Bedürfnisse der Schüler*innen sowie Lehrpersonen an und andererseits auf die Umsetzbarkeit. Nicht zu vergessen ist auch das Budget, das den Schulen teilweise auch Grossprojekte ermöglicht. In Gelterkinden profitiert die Schule, dass sie von verschiedenen Unternehmungen und Privatpersonen viele grosszügige Spenden erhielten. So können sie nun aus einem ursprünglich kleineren Projekt, etwas ganz Grosses und Tolles umsetzen.

Auf was freust du dich am meisten am Impact Day?

Den Schüler*innen zuzuschauen. Das Funkeln in den Augen. Zu spüren, dass es ihnen Spass macht und sie die Themen erlebnisvoll vertiefen können. Generell freue ich mich auf den Moment zu beobachten, wie Jung und Alt, Schüler*innen, Experten und Lehrpersonen, sich auf Augenhöhe begegnen, sich austauschen, einander zuhören, voneinander lernen und gemeinsam an einer Vision arbeiten. Das beflügelt mein Herz und ist meines Erachtens auch eine wichtige Einstellung, um die Klimaziele zu erreichen.

Bist du nervös vor dem ersten Durchführungstag?

Ich bin vor jedem Aktionstag nervös. Ich habe den Anspruch an mich selber, dass ich alle Interessensgruppen zufrieden stellen kann und alle mit einem Lächeln nach Hause gehen und von diesem ereignisvollen Tag berichten. Ganz nach dem Motto: Tu Gutes und sprich darüber!