Blackout Day: Schüler:innen bleiben im Dunkeln

Am 9. Dezember 2022 startete das Gymnasium Friedberg in Gossau SG mit dem Aktionstag «Blackout Day» ins vierjährige Bildungsprogramm «Klimaschule». Neben dem schuleigenen Projekt «Nachhaltigkeit macht Schule» wird das Gymnasium Friedberg, in Zusammenarbeit mit MYBLUEPLANET, langfristige Veränderungen für eine nachhaltige Zukunft in der Schule umsetzen. Die 150 Schüler:innen des Gymnasiums erwartete ein komplett stromfreier Morgen, bei dem der Unterricht wie gewohnt fortgesetzt wurde. Schnell wurde den Beteiligten bewusst, wie gross unsere Abhängigkeit von Strom ist und auf welche Hürden wir im Alltag stossen, wenn er plötzlich nicht mehr verfügbar ist.

Früh morgens trudelten die ersten Schüler:innen noch ganz verschlafen auf dem Schulareal ein. Es ist frostig kalt und anstatt einladendem Licht erwartete sie nur Kerzenschein. Im ganzen Schulhaus brannte keine Lampe und auch die Heizungen blieben kalt. In der Eingangshalle informierte die Schulleitung die Schülerschaft, dass ein Stromausfall im gesamten Gebäude eingetreten ist. Jetzt sei es besonders wichtig, gemeinsam zu improvisieren und den Unterricht so gut wie möglich fortzusetzen. Leise tuschelnd begaben sich die Schüler:innen in ihre Unterrichtszimmer und starteten nur mit Kerzenschein auf den Tischen in den ausserordentlichen Morgen.

Improvisation ist gefragt
In der heutigen Zeit ist der Schulunterricht ohne Strom fast nicht mehr möglich. Der Blackout Day forderte aber wieder alte Instrumente wie Wandtafeln, Papier und Stift hervor. Auch die Mensa kommt ohne Strom schnell an ihre Grenzen. Doch das hielt das Koch-Team nicht davon ab, auch ohne funktionierenden Herd ein Mittagessen für die gesamte Schule zu zaubern. In grossen Töpfen bereiteten sie draussen über dem Feuer eine leckere Gerstensuppe vor. Den ganzen Morgen wurde geschnibbelt, gerührt und gekocht, damit die Schüler:innen trotz Stromausfall ein warmes Mittagessen zu sich nehmen konnten. Zusätzlich sorgten sie in der grossen Pause für eine erste warme Überraschung: sie versorgten alle Schüler:innen mit heissem Punsch und köstlichem Apfelkuchen. Zurück in den Schulzimmern wurde das Thema «Strom» ausgiebig diskutiert. Während sich einige Klassen über die verschiedenen Möglichkeiten zur Stromproduktion und deren Auswirkungen auf die Umwelt unterhielten, wurde anderenorts die Schweizer Energielandschaft und die europäische Energiekrise thematisiert.

Unterricht bei Kerzenschein

Die Gerstensuppe wird vom Mensa-Team gekocht

Die Vorbereitungen des Hausdiensts
Für Hausmeister Willi Gerber und Lehrling Anas Fathallah waren die Vorbereitungen des simulierten Stromausfalls sehr intensiv. Herausfordernd war für ihn vor allem herauszufinden, welche Stromquellen abgestellt werden durften, ohne daraus längerfristige Ausfälle zu erzeugen. Zusätzlich verteilte der Hausdienst am frühen Morgen in den Gängen und in den Schulzimmern Kerzen, damit der Unterricht planmässig stattfinden konnte. Auch an Willi Gerber geht die momentane Energiekrise nicht spurlos vorbei: «Ja, sicher mache ich mir momentan die ganze Zeit Gedanken, wie es wäre, wenn wir plötzlich keinen Strom mehr hätten und es spornt mich auch an, zu überlegen, wie man in der Schule, neben dem simplen Lichterlöschen, noch Strom sparen könnte.» Der Blackout Day war für Willi Gerber und Anas Fathallah auch sehr lehrreich. Beide hoffen, dass dieser Tag das Bewusstsein der Schüler:innen in Bezug auf Strom stärkt und sie nun mehr auf dieses Thema sensibilisiert sind.

Abschluss mit einer warmen Überraschung
Kurz vor dem Mittag versammelte sich die gesamte Schule auf dem Pausenplatz und der simulierte Stromausfall wurde von Rektor Lukas Krejčí und MYBLUEPLANET-Projektleiterin Nadine Stähli aufgelöst. Anschliessend durften sich die Schüler:innen endlich über die, von der Mensa zubereitete Gerstensuppe freuen und diese in der mittlerweile wieder hell erleuchteten und aufgewärmten Mensa geniessen.

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